Goa - eine andere Welt
- buehlerj1
- 15. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Wo stehen wir auf unserer Western Ghats Durchwanderung?
In einer Sackgasse.
Nach vielen mehr oder weniger wanderbaren Kilometern im Bundesstaat Maharashtra sind wir irgendwann nur noch in undurchdringbarem Dickicht oder an hohen Steilwänden gelandet. An manchen Tagen sind wir Luftlinie 2.4 Kilometer weit gekommen obwohl wir den ganzen Tag gewandert, gekraxelt und geklettert sind. Immer wieder kamen wir an den Punkt, an dem es trotz allem einfach nicht mehr weiterging. Tapfer und geduldig sind wir wieder zum Ausgangspunkt zurückgewandert, -gekraxelt und -geklettert und haben es auf einem anderem Weg versucht. Immer wieder erfolglos. Ja, das gehört natürlich ein bisschen dazu wenn man so unterwegs ist wie wir und das ist auch völlig in Ordnung so. Meistens nehmen wir es mit Humor und gehen irgendwann einfach der Strasse entlang. In einigen Ländern tagelang. Doch selbst diese Alternative ist hier in Indien keine wirkliche Option, sondern grenzt eher an Selbstmord. Wenn nicht akut wegen des chaotisch-gefährlichen Verkehrs, dann langfristig wegen Smogschäden.
So hatten wir uns vor ein paar Tagen schweren Herzens in einen Bus gesetzt und den letzten Teil der Western Ghats Maharashtra übersprungen. Vielleicht sind die Wege in den Bundesstaaten Goa, Karnataka und Kerala nicht alle komplett zugewachsen? Lass uns in Goa eine kurze Pause einlegen und die weitere Western Ghats Durchwanderung planen!
Ob die Wege tatsächlich besser wären werden wir jedoch nie erfahren...
Bei unserer Recherche mussten wir nämlich feststellen, dass Maharashtra von den Regeln her offensichtlich eine glückliche Ausnahme war. In den restlichen Bundesstaaten benötigt man für so ziemlich jedes Gebiet in den Western Ghats teure, nur schwer erhältliche Bewilligungen, für viele Abschnitte braucht es einen Guide und einige Regionen sind für Ausländer sogar verboten. Ein weiteres Hindernis wäre ausserdem eine grundsätzlich sehr lobenswerte Regel: es ist nicht erlaubt Plastik in die Gebiete zu bringen. Fürs plastikverseuchte Indien eine absolut sinnvolle Sache, aber in unserem Fall unmöglich. Fast alles ist in unseren Rucksäcken zum Schutz in Plastik eingepackt und darauf können wir - gerade auch bei hoher Luftfeuchtigkeit - nicht verzichten.
Nun denn... das Projekt Western Ghats war eine schöne Idee und wir sind enorm dankbar, dass wir diese wundervollen Berge zumindest für einige Wochen erleben durften. Aber an dieser Stelle müssen wir wohl oder übel einen Punkt hinter dieses Kapitel machen.
So haben wir uns entschieden, uns das touristische Goa anzusehen und uns für einige Tage in ein Yoga-Retreat zurückzuziehen. Unsere einseitig wanderbelasteten Körper werden sich freuen!
Bei unserer Ankunft in Goa hatten wir beide den selben Gedanken: "Wow, wir sind in einer anderen Welt gelandet!". Wo ist das Chaos, wo ist das Gehupe, wo sind die Abfallberge, wo ist der Smog? Es ist schön, auch dieses Indien kennenlernen zu dürfen. Gleichzeitig haben wir aber bereits am ersten Abend festgestellt, dass das Goa-Strandleben nicht wirklich zu uns passt. Anstatt der früheren friedlich-entspannten Hippievibes reiht sich heute eine ohrenbetäubende HC-Technodisco an die nächste. Eine Mischung aus Ballermann und Ibiza. Deswegen ziehen wir uns nun auf die ruhige Chorao Island zurück und lassen unsere weiteren Reiseideen zwischen den Yoga-Stunden sprudeln und wirken.





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