E3 westwärts - Teil 1
- vor 4 Stunden
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Neues Land, neue Eindrücke... Zugegeben, wir sind tatsächlich ein bisschen vom gepflegten Erscheinungsbild Bulgariens überrascht. Bisher - natürlich kennen wir aktuell nur den Osten und die Berge des Landes - wurden wir noch nie mit der vermeintlich extremen Armut des Landes konfrontiert. Im Gegenteil, wir erleben Bulgarien als sauber, ordentlich und finanziell durchschnittlich gestellt. Nach so kurzer Zeit erlauben wir uns selbstverständlich kein ernsthaftes Urteil, aber wir freuen uns dennoch über diesen für uns sehr positiven Eindruck.
Seit Mitte Mai sind wir nun auf dem europäischen Fernwanderweg E3 und somit im Balkangebirge Stara Planina. Obwohl der Ostteil der Gebirgsüberquerung grundsätzlich noch technisch einfach und angenehm wäre, werden wir dennoch bereits jetzt durch die Wetterbedingungen herausgefordert. Tägliche, heftige Gewitter mit sintflutartigem Regen beeinflussen das Wandern und Draussenleben dann doch ein klein wenig. Dauerhaft nasse Kleider, nasses Material und nasse Körper, überschwemmte Wege und zentimeternahe Blitzeinschläge prüfen unsere Motivation und unser Durchhaltewillen. Ganz ehrlich, wir hinterfragen zwischendurch unsere "Flucht" vor dem Monsun und fantasieren hin und wieder über die Möglichkeit, in den nächsten Zug zu steigen und in Richtung "Immer-schönes-Wetter-Griechenland" zu fahren. Aber wirklich ernst sind uns diese Gedanken nicht. Denn solange wir weiterhin jeden Morgen überglücklich mit einem Kaffee neben unserem Zelt sitzen und über die Schönheit des Waldes und der Berge staunen können und solange wir selbst in der mühsamsten Situation noch "blöd umegigele" können, ist doch eigentlich alles in bester Ordnung :).
Gestern sind wir von den Bergen in die Zivilisation zurückgekehrt, um unsere Essensvorräte aufzustocken und uns Gedanken über die Weiterwanderung zu machen. Vor uns liegt nun der anspruchsvolle Hochalpin-Abschnitt des Balkangebirges und die Wetterprognosen zeigen in den nächsten zwei Wochen leider keine Besserung (übrigens gemäss den Einheimischen wieder einmal absolut ungewöhnlich für diese Jahreszeit...). Diese Überquerung, die mit unseren schweren Rucksäcken ohnehin schon sehr fordernd wäre, ist für uns bei Gewitter, Schnee und Sturm definitiv keine Option. So studieren wir jetzt einmal die Karte und machen uns über allfällige Alternativrouten in tieferen Lagen schlau.





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